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	<title>Palm Leaf &#187; Medienkompetenz</title>
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		<title>Karstadt und Medienkompetenz</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 06:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[berggruen]]></category>
		<category><![CDATA[karstadt]]></category>
		<category><![CDATA[valovis]]></category>

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		<description><![CDATA[Die inhaltliche Karstadt-Diskussion ist zu komplex, um sie hier zu kommentieren. Den kompletten juristischen Papierkrieg zum Thema kennen sowieso nur noch ein paar Anwälte, und mit weniger ist ein kompetenter Kommentar nicht zu machen. Zur Diskussion in den Medien jedoch kann ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen, vor allem zu dem Artikel &#8220;Gewerkschaft bangt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Die inhaltliche Karstadt-Diskussion ist zu komplex, um sie hier zu kommentieren. Den kompletten juristischen Papierkrieg zum Thema kennen sowieso nur noch ein paar Anwälte, und mit weniger ist ein kompetenter Kommentar nicht zu machen.<br />
Zur Diskussion in den Medien jedoch kann ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen, vor allem zu dem Artikel &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,704886,00.html">Gewerkschaft bangt um Karstadt-Rettung</a>&#8221; bei Spiegel Online. Dieser Artikel enthält zwei interessante Widersprüche:</p>
<p>Erstens:</p>
<blockquote><p>[Margret] Mönig-Raane [von ver.di] sieht Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in der Pflicht: &#8220;Er hätte hinter dem Bühnenvorhang mal Tacheles reden können, das hätte ich schon erwartet.&#8221;</p></blockquote>
<p>Na bravo: Nach vorne jammern, und gleichzeitig fordern, daß &#8220;hinter dem Bühnenvorhang&#8221; gearbeitet wird. Angenommen Herr Bundeswirtschaftsminister Brüderle hätte dieser Forderung tatsächlich entsprochen &#8211; woher wüssten wir es denn??? Doch nur, wenn es eine MEGA-Indiskretion gegeben hätte.<br />
<span id="more-225"></span><br />
Zweitens:</p>
<blockquote><p>Arbeitsministerin Ursula von der Leyen [...] erklärte: &#8220;Ein fairer Makler kann helfen.&#8221; Wenn es um eine Einigung in schwierigen Finanzierungsfragen unter hohem Zeitdruck gehe, müsse und solle sich der Staat auf die Seite der Arbeitnehmer stellen.</p></blockquote>
<p>Na was denn nun bitte? &#8211; Ein fairer Makler, oder einer, der auf der Seite der Arbeitnehmer steht?</p>
<p>Last but not least: Wir erleben hier &#8211; wie so oft &#8211; daß eine <em>Verhandlung</em> von Außenstehenden (Gewerkschaften, Politiker) in die Medien gezerrt wird. Davon wird erst einmal der Verhandlungsverlauf in die &#8220;falsche&#8221; Richtung geschoben. Indem sich Politiker öffentlich in die Diskussion einschalten, signalisieren sie ihr großes Interesse am Thema. Und wenn Politiker sich für das Thema interessieren, kann man in der Verhandlung Vergünstigungen von ihnen verlangen. Das funktioniert aber nur, wenn die Verhandlungen sichtbar &#8220;ins Stocken geraten&#8221;. Politiker-Interesse an laufenden privatwirtschaftlichen Verhandlungen riskiert also, den einen oder den anderen zu einem &#8220;Bremser&#8221; zu machen, um Subventionen zu erpressen. Diese Dynamik war bei Opel teilweise schön zu beobachten. Konkret würde ich das natürlich weder Berggruen noch der Valovis-Bank unterstellen. Darauf gibt es keine Hinweise &#8211; wie es auch sonst keine Hinweise gibt auf das, was da &#8220;hinter dem Bühnenvorhang&#8221; abgeht.</p>
<p>Und das ist gut so.</p>
<p>P.S.: Ich halte es für normal, daß Verhandlungen in dieser Größenordnung erst in letzter Minute entschieden werden. Das steht so in jedem Buch über Verhandlungstatktik. Wenn eine der Parteien jetzt, eine Woche vor Torschluß sagt: &#8220;OK, so machen wir&#8217;s&#8221; &#8211; da würde doch der andere Verhandlungspartner sofort das Gefühl bekommen, daß für ihn noch mehr herauszuholen gewesen wäre. Wenn das passiert, sagt der &#8220;andere&#8221; &#8220;nein&#8221; weil er versucht, ein für sich noch besseres Angebot zu bekommen. Und wenn aus keinem anderen Grund als für alle Beteiligten das Gesicht zu wahren können so öffentliche Verhandlungen praktisch nur &#8220;in letzter Minute&#8221; entschieden werden. Öffentlichkeit ist für eine Verhandlung einfach hinderlich.</p>
<p>Das wissen sicher auch die genannten: Mönig-Raane, Brüderle und von der Leyen. Verhandlung ist ihr täglich Brot. Was bezwecken sie damit, das Thema in die Medien zu bringen?</p>
<p>Für uns Stimmvieh gilt: Abwarten, Tee trinken, Nerven bewahren, keep cool und so. Wie schon mehrfach gesagt: Was wirklich abgeht, steht sowieso nicht in der Zeitung.</p>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Spendercrawl</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2010/04/19/zu-spendercrawl/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 08:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktuelle Titelgeschichte bei KoopTech, &#8220;Spendercrawl – Parteispenden-Analyse Teil 3&#8221; endet mit der Frage: &#8220;Welche frei verfügbaren Daten könnten die Machtverhältnisse besser abbilden?&#8221; (im Kontext von &#8220;Die tatsächlichen Machtverhältnisse bleiben offensichtlich im Netz verborgen. Vom bürgerlichen Lager ist kaum etwas zu sehen, &#8230;&#8221;). Soweit ich die verwendete Analyse verstehe, ist sie beschränkt auf Internet-Netzwerke (bzw. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Die aktuelle Titelgeschichte bei KoopTech, &#8220;<a href="http://blog.kooptech.de/2010/04/spendercrawl-parteispenden-analyse-teil-3/">Spendercrawl – Parteispenden-Analyse Teil 3</a>&#8221; endet mit der Frage: &#8220;Welche frei verfügbaren Daten könnten die Machtverhältnisse besser abbilden?&#8221; (im Kontext von &#8220;Die tatsächlichen Machtverhältnisse bleiben offensichtlich im Netz verborgen. Vom bürgerlichen Lager ist kaum etwas zu sehen, &#8230;&#8221;).</p>
<p>Soweit ich die verwendete Analyse verstehe, ist sie beschränkt auf Internet-Netzwerke (bzw. öffentlich bekannte Kapitalverflechtungen &#8211; ganz nett, hilft aber offensichtlich auch nicht). Damit spiegeln diese Analysen vor allem die Kommunikationspräferenzen wider. Wie wir alle in den letzten Jahren beobachten konnten (z.B. im Umfeld der &#8220;Zensursula&#8221;-Debatte) sind die Kommunikations-Präferenzen stark mit Ideologien korrelliert. Um die Diskussion anzuschieben, postuliere ich folgende Korrelationen:</p>
<ul>
<li>CDU/CSU-Anhänger treffen sich in der Kirche, auf Familienfeiern oder am Stammtisch. (Dabei ist eine erweiterte Interpretation von &#8220;Stammtisch&#8221;, z.B. der Wiener Opernball, zulässig <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ) &#8211; am &#8220;Stammtisch&#8221; finden sie auch mit der FDP zusammen. Na gut, geschäftliche Besprechungen und Dienstreisen kann man hier auch mitzählen.</li>
<li>Die SPD-Anhänger treffen sich im weitesten Sinne bei Vorträgen (z.B. an der Uni), Versammlungen (z.B. im Zusammenhang mit Betriebsratsirgendwas) und Demonstrationen</li>
<li>Die Grünen treffen sich online, um ihre vielfältigen offline-Aktivitäten zu organisieren, bei denen sie sich dann auch &#8220;offline&#8221; treffen.</li>
</ul>
<p>Möglicherweise spiegelt das auch das Durchschnittsalter wieder, so weit würde ich jetzt eigentlich nicht gehen wollen <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Damit wäre klar, wo man nach der tatsächlichen Vernetzung suchen müsste: Nur für die Grünen trifft eine online-Analyse den Nerv, die Netze der &#8220;Bürgerlichen&#8221; könnte man mit den Methoden der Klatschpresse aufdecken und die der SPD mit den Methoden des BND <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>So, jetzt ist hoffentlich genug Öl ins Feuer gegossen für eine coole Diskussion <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Vielleicht wäre eine Variante von XING interessant, bei der jeder &#8220;fremde&#8221; Bekanntschaften eintragen kann. Z.B. Tanzpaare am Opernball, Familienverflechtungen, gemeinsame Gewerkschaftsauftritte usw. Damit&#8217;s funktioniert müsste man&#8217;s in zweierlei Hinsicht moderieren: Einerseits müsste sichergestellt sein, daß nur Personen des öffentlichen Interesses auftauchen, andererseits muß die Datenqualität sichergestellt werden, z.B. durch Review. Vielleicht kann man sowas einfach bei abgeordnetenwatch andocken?</p>
<p>Wer macht?</p>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		<title>Schweinegrippe? &#8211; Ich hab&#039;s ja gleich gesagt!</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2010/03/12/schweinegrippe-ich-habs-ja-gleich-gesagt/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 20:38:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[In Eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute schreibt der Spiegel Online über die Schweinegrippe: &#8220;Chronik einer Hysterie&#8220;. Ich bin ein kleines bisschen stolz auch mich: Denn während der Spiegel jetzt als eine der vier Lehren aus der Schweinegrippen-Hysterie auch aufführt: &#8220;Wie [...] Medien die Hysterie gefördert haben&#8221; hat das Bananenblatt schon (naja&#8230;) am 13. Juli einen Artikel zum Thema &#8220;Schweinegrippe und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Heute schreibt der Spiegel Online über die Schweinegrippe: &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,683036,00.html">Chronik einer Hysterie</a>&#8220;.</p>
<p>Ich bin ein kleines bisschen stolz auch mich: Denn während der Spiegel jetzt als eine der <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,683036,00.html">vier Lehren aus der Schweinegrippen-Hysterie</a> auch aufführt: &#8220;Wie [...] Medien die Hysterie gefördert haben&#8221; hat das Bananenblatt schon (naja&#8230;) am 13. Juli einen Artikel zum Thema &#8220;<a href="http://www.bananenblatt.net/2009/07/13/schweinegrippe-und-medienkompetenz/">Schweinegrippe und Medienkompetenz</a>&#8221; veröffentlicht. Darin steht:</p>
<blockquote><p>Medienkompetenz bedeutet vieles – unter anderem, sich nicht aufgrund der Häufigkeit eines Themas ein Urteil über die Wichtigkeit zu machen. Stattdessen sollte jeder die Wichtigkeit selbst und für sich selbst beurteilen.</p>
<p>[...] [Schwinegrippe war ein Thema], das ich innerhalb von weniger als einer halben Stunde quantifizieren konnte.</p>
</blockquote>
<p>Daß Medien ihr Dings nicht immer neutral auf die Reihe kriegen ist wohl eine Tatsache, mit der wir leben müssen. Ob wir darauf hereinfallen liegt in unserem eigenen Ermessen.</p>
<p>Ich hab&#8217;s doch gleich gesagt. <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Unscheinbar: Subtiler Aufruf zur Medienkompetenz</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2009/11/29/unscheinbar-subtiler-aufruf-zur-medienkompetenz/</link>
		<comments>http://palm-leaf.com/2009/11/29/unscheinbar-subtiler-aufruf-zur-medienkompetenz/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 17:26:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[games]]></category>
		<category><![CDATA[heise]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es ein wenig überinterpretiert, aber das folgende Zitat von Heise finde ich schon ziemlich cool: Ohne Vergleichszahlen lässt sich ein solcher Trend allerdings nicht seriös belegen. Es bezieht sich auf die Pressemitteilung, die behauptet: &#8220;Im Rahmen des Fokusberichtes [...] wurden nun erstmals detaillierte Umsatzzahlen erfasst. Und diese zeigen einen eindeutigen Trend: [...]&#8221; Also [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Vielleicht ist es ein wenig überinterpretiert, aber das folgende Zitat von Heise finde ich schon ziemlich cool:</p>
<blockquote><p>Ohne Vergleichszahlen lässt sich ein solcher Trend allerdings nicht seriös belegen.
</p></blockquote>
<p>Es bezieht sich auf die <a href="http://www.openpr.de/news/375121/Studie-Today-s-Gamers-belegt-Umbruch-der-Games-Branche-MMOGs-und-Game-Plattformen-sind-die-Gewinner-in-2009.html">Pressemitteilung</a>, die behauptet: &#8220;Im Rahmen des Fokusberichtes [...] wurden nun erstmals detaillierte Umsatzzahlen erfasst. Und diese zeigen einen eindeutigen Trend: [...]&#8221;</p>
<p>Also was nun? &#8211; Entweder erstmals erfasst, oder ein eindeutiger Trend. Beides zugleich geht nicht.</p>
<p>Darüberhinaus kitzelt mich das Statement weiter unten in der Erklärung: &#8220;Eine Auswahl der Daten steht kostenlos zur Verfügung &#8230;&#8221; &#8211; sobald ich Zeit dafür habe, nehme ich auch das gründlicher unter die Lupe. Wer findet die kreativste Statistik-Interpretation in diesem Datenmaterial?</p>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		<title>Grenzt zunehmende Technologisierung ältere Menschen aus?</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2009/11/10/grenzt-zunehmende-technologisierung-altere-menschen-aus/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 20:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[senioren]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>

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		<description><![CDATA[Hannelore schreibt unter dem Titel &#8220;Grenzt zunehmende Technologisierung ältere Menschen aus?&#8220;. Ich sehe das anders, so wie viele: Exzessive Netz-Nutzung grenzt uns jüngere aus: Wir sollten nicht vergessen, daß die sogenannten &#8220;älteren&#8221; in der Überzahl sind! Natürlich kenne ich die in den Kommentaren genannten Probleme, aber noch gibt es &#8211; wenigstens hier in Deutschland &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Hannelore schreibt unter dem Titel &#8220;<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/web20/grenzt-zunehmende-technologisierung-aeltere-menschen-aus/">Grenzt zunehmende Technologisierung ältere Menschen aus?</a>&#8220;. Ich sehe das anders, so wie viele: Exzessive Netz-Nutzung grenzt uns <em>jüngere</em> aus: Wir sollten nicht vergessen, daß die sogenannten &#8220;älteren&#8221; in der Überzahl sind!</p>
<p>Natürlich kenne ich die in den Kommentaren genannten Probleme, aber noch gibt es &#8211; wenigstens hier in Deutschland &#8211; in jedem Städtchen ein paar Bankfilialen und Briefkästen und so. Die Welt der Netz-Verweigerer wird nicht &#8220;kleiner&#8221;, sie bleibt ungefähr, wie sie war. Die Welt der Netz-Nutzer wird beständig größer, und die Verweigerer haben daran nicht teil. Sie haben sich das so ausgesucht.</p>
<p>Ich denke, es gibt zwei Wurzeln, an denen Netz-Verweigerung sozusagen &#8220;andockt&#8221;:<br />
 &#8211; Abstraktion<br />
 &#8211; Vertrauen</p>
<p>Unter <b>Abstraktion</b> verstehe ich dabei einige der Themen, die A bzw. Thoma im Kommentar angesprochen hat: Ein Computer <em>braucht</em> eine Einführung. Das Problem mit der &#8220;Computer-Techniksprache&#8221; hängt ursächlich daran, daß es für eine Abstraktionen wie &#8220;Fenster&#8221;, &#8220;Link&#8221; bzw. &#8220;Verknüpfung&#8221; oder &#8220;Maus&#8221; außerhalb der Computer-Techniksprache nicht nur kein Wort gibt, sondern das Konzept gar nicht existiert. Man kann es nicht mit normalen Begriffen erklären, weil es keine &#8220;normalen&#8221; Konzepte <em>sind</em>. Marketing-Kauderwelsch macht&#8217;s nicht besser, aber im Kern geht es um neue Konzepte, neue Abstraktionen, neue Abbildungen der Wirklichkeit. Und: &#8220;Wir&#8221; haben gelernt, abstrakt zu denken. Die Gangschaltung im Auto, Fernseher (sogar mit Fernbedienung), die Wählscheibe am Telefon, die &#8220;Platte&#8221; (erst Vinyl, dann CD) und die &#8220;Kassette&#8221; &#8211; all das sind Abstraktionen, mit denen wir aufgewachsen sind. Unsere Eltern sind in diesem Sinne in einer konkreten Welt aufgewachsen: Maier, Müller, Schmidt &#8211; Villingen, Schwenningen, Metzingen &#8211; Wurst, Käse, Eier. Das Leben unserer Eltern war bestimmt von <em>Dingen</em>, die man in die Hand nehmen konnte. Aus dieser Welt grenzen <em>wir</em> uns aus, wenn wir nicht aufpassen.</p>
<p>Unter <b>Vertrauen</b> sehe ich die weiteren Themen: Wie bekommen unsere Eltern ein <em>Gefühl</em> dafür, wenn sie &#8220;etwas kaputt machen&#8221;? Wann sie ihren Online-Banking-Account für die Welt öffnen? An der Oberfläche scheint es sich um Vertrauen in die Technik zu drehen, aber wenn man gut zuhört findet man, daß der Knackpunkt das <em>Selbstvertrauen</em> im <em>Umgang mit der Technik</em> ist. Nun, Vertrauen hat etwas mit Vertrautheit zu tun, und solange die Praxis nicht da ist, bleibt die Vertrautheit aus.</p>
<p>Keine Praxis, keine Vertrautheit. Keine Vertrautheit führt zu Angst und Unwillen, Angst und Unwillen verhindern Praxis. Ein Teufelskreis.</p>
<p>Der Umgang mit körperlicher und geistiger Unbeweglichkeit, den Hannelore anspricht, ist eigentlich der zentrale Hebel. Zum Abschluß, weil&#8217;s einfach zum niederknien schön ist, Hannelore in ihren eigenen Worten:</p>
<blockquote><p> Ich [...] weiß ganz genau, wenn ich mich nicht ständig auf dem Laufenden halte (nicht nur beim Anwenden, sondern auch im selbst erstellen), dann wird die Wissenslücke immer größer und die Lernkurve zum Aufholen immer steiler. Im Übrigen habe ich festgestellt, dass ich schneller lerne je älter ich werde, weil sich meine Wissensbasis erweitert und weil ich mich beeilen muss, denn es gibt plötzlich ein faszinierendes und riesiges Angebot.</p></blockquote>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		<title>Statistik II: Ein positives Beispiel</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2009/11/04/statistik-ii-ein-positives-beispiel/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 21:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[bewerbungstraining]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bananenblatt.net/?p=162</guid>
		<description><![CDATA[Der Spiegel-Online-Artikel &#8220;Bewerbungstrainings bringen nichts&#8221; verweist auf die Studie &#8220;Auf den Inhalt kommt es an&#8221; des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsförderung. Nachdem ich kürzlich eine &#8220;Studie&#8221; des DGB seziert hatte (&#8220;Statistik seziert: Abitur und Arbeitslosigkeit&#8220;), ist das hier die Gelegenheit, ein positiveres Beispiel vorzustellen. Die Studie ist zwar schwieriger zu lesen, doch die enthaltenen Aussagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Der Spiegel-Online-Artikel &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,658705,00.html">Bewerbungstrainings bringen nichts</a>&#8221; verweist auf die Studie &#8220;<a href="http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2309.pdf">Auf den Inhalt kommt es an</a>&#8221; des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsförderung.</p>
<p>Nachdem ich kürzlich eine &#8220;Studie&#8221; des DGB seziert hatte (&#8220;<a href="http://www.bananenblatt.net/2009/10/14/statistik-seziert-abitur-und-arbeitslosigkeit/">Statistik seziert: Abitur und Arbeitslosigkeit</a>&#8220;), ist das hier die Gelegenheit, ein positiveres Beispiel vorzustellen. Die Studie ist zwar schwieriger zu lesen, doch die enthaltenen Aussagen sind solide argumentiert.<br />
<span id="more-162"></span><br />
Auf den ersten Blick fällt auf, daß die Studie des IAB ihre eigene Methode detailliert beschreibt: Ein Kasten auf Seite 2 (&#8220;Daten und Methodik&#8221;) und ein eigenes Kapitel ab Seite 3 (&#8220;Vorgehensweise und Resultate der Untersuchung&#8221;) schildern, wie die Zahlen und Aussagen zustandegekommen sind. Die Literaturnachweise finde ich angemessen, obwohl ich zugeben muß, ihnen nicht gefolgt zu sein. Die Abbildungen sind beschriftet und die Unterscheidung zwischen &#8220;Prozent&#8221; und &#8220;Prozentpunkt&#8221; ist korrekt. Ich finde vor allem den folgenden Hinweis zur Methode sehr fair und positiv:</p>
<blockquote><p>Es kann allerdings nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass Maßnahmeteilnehmer und ausgewählte Vergleichspersonen sich nicht dennoch durch besondere Eigenschaften unterscheiden, wie Motivation oder persönliches Auftreten, die in den Datengrundlagen nicht sichtbar werden, was die  Ergebnisse etwas verfälschen kann.</p></blockquote>
<p>Die Studie ist auch aus der Perspektive &#8220;Berechnungen&#8221; einfach: So weit man aus der Ferne sehen kann, <em>wurde nicht gerechnet</em> im eigentlichen Sinn des Wortes, sondern nur gezählt und auf Prozente aufgeteilt.</p>
<p>P.S.: Wer jetzt glaubt, an der Studie gäbe es überhaupt nichts zu kritisieren&#8230; &#8211; aber im Verhältnis zu meiner Vergleichsprobe war&#8217;s <em>sehr</em> OK.<br />
P.P.S.: Bei näherer Betrachtung: Irgendwie betont das Fazit die Ergebnisse der Studie sehr seltsam&#8230;</p>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Medienkompetenz und &quot;The News will Find Me&quot;&#8230;</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2009/10/26/medienkompetenz-und-the-news-will-find-me/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 21:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Weitergedacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Der &#8220;Eintritt&#8221; ins heutige Thema war für mich wieder einmal ein Artikel bei Spiegel Online: &#8220;Warum Microsoft und Google Twitter brauchen&#8220;. Im Prinzip geht es um die Vermischung von Sozialen Medien mit klassischen Medien: Wie weit können soziale Medien die klassischen Medien ersetzen? Tatsache scheint zu sein, daß Twitter, Facebook &#038; Co manchmal die klassischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Der &#8220;Eintritt&#8221; ins heutige Thema war für mich wieder einmal ein Artikel bei Spiegel Online: &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,656755,00.html">Warum Microsoft und Google Twitter brauchen</a>&#8220;. Im Prinzip geht es um die Vermischung von Sozialen Medien mit klassischen Medien: Wie weit können soziale Medien die klassischen Medien ersetzen? Tatsache scheint zu sein, daß Twitter, Facebook &#038; Co manchmal die klassischen Nachrichten an Tempo weit überbieten. SPON beschreibt das als &#8220;Schreckensszenario aus dem Social Web für alle, die vom Filtern, Einordnen und Präsentieren von Nachrichten leben&#8221;.<br />
Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ob Geschwindigkeit hier tatsächlich der einzige Maßstab ist. Auch dazu gibt es ein aktuelles Beispiel&#8230;<span id="more-158"></span><br />
<h2>Die Interessens-Falle</h2>
<p>Denn praktisch gleichzeitig veröffentlicht der Technology Review unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Das-Problem-mit-den-Nanorisiken-835968.html">Das Problem mit den Nanorisiken</a>&#8221; sozusagen einen Technik-Kritiker-kritischen Artikel.<br />
Dort wird ausdrücklich darauf zerlegt, daß &#8220;die Medien&#8221; kürzlich gehäuft die Risiken von Nano-irdendwas überzeichnet darstellen und halten kompetent und mit Original-Studien dagegen. Ein Fehler, der im Artikel mehrfach angesprochen wird, ist beispielsweise die Verwechslung von Nanoteilchen (egal welcher Herkunft, also bspw. auch aus Autoabgasen) mit Nanotechnologie (alles was kleiner ist als 0,1 millionstel Meter, egal ob Elektronik, Chemie, Biochemie, Medizin etc.). Dabei kommt der Technology Review nicht etwa zu dem Schluß, daß alles gut sei, sondern sie zitieren <a href="http://www.nanobuero.de/">Alfred Nordmann</a>, daß die Diskussion &#8220;problematisch verkürzt&#8221; sei und endet mit.</p>
<blockquote><p>
Eine Debatte – und eine mediale Berichterstattung –, die sich auf mögliche gesundheitliche und ökologische Folgen von Nanomaterialien konzentriert, blendet dehalb wichtige Zukunftsfragen zur Nanotechnik aus.
</p></blockquote>
<h2>Interessant ist nicht gleich relevant oder wahr</h2>
<p>Das Beispiel mit den Risiken der Nanotechnologie/-materialien zeigt, daß selbst professionelle Journalisten in der heutigen Welt den Überblick verlieren. Sogar meine sonst so vertrauenswürdige Spiegel-Online-Redation hatte es vorübergehend erwischt: ursprünglich hieß es &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,656362,00.html">Umweltbundesamt warnt vor Nanotechnologie</a>&#8220;, bis später am gleichen Tag das Thema unter der Überschrift &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,656525,00.html">Umweltamt relativiert Nano-Warnungen</a>&#8221; noch einmal dargestellt wurde.<br />
Wenn nun ein Profi bei seiner Recherche schon eine &#8220;Warnung&#8221; mit einem &#8220;Hintergrundpapier&#8221; verwechseln kann (und solche Gelegenheiten werden zweifellos häufig genutzt), wie wird das erst in &#8220;Social Media&#8221;, der Flüsterpost von heute? Hier entsteht ein sehr interessanter Nachrichtenfilter, denn das Zitat &#8220;Wenn die Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden.&#8221; (<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,656755,00.html">SPON</a>) ist unvollständig. Eigentlich müsste es heißen: Wenn die Nachricht <i>für mich</i> wichtig ist&#8230; Es kann also durchaus sein, daß verschiedene Menschen verschiedene Nachrichten bekommen: Ich zum Beispiel über Medienkompetenz, eine Bekannte dagegen über Seifenopern.<br />
So entsteht beispielsweise &#8220;kulturelle Inzucht&#8221;: Ich als Technik-Kritik-kritischer Mensch (Technik-Freund <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ) werde nur von Technik-freundlichen Nachrichten gefunden, die klassischen Anarchos nur von Regierungskritischen usw. Im Gegensatz dazu bieten die klassischen Medien (wenigstens grundsätzlich) eine Themen-orientierte, halbwegs ausgewogene Berichterstattung.<br />
So entsteht auch eine Verwechslung von interessant und relevant: <i>eigentlich</i> wäre mir eine Zusammenfassung von Nachrichten des Tages lieber als &#8220;Alles über Nanotechnik&#8221; &#8211; aber wenn mein Twitter-Filter sich indirekt auf eine gewisse Themenmenge eingeschossen hat, kann es durchaus passieren, daß relevante aber außergewöhnliche Nachrichten mich <i>nicht</i> finden, weil sie im Rauschen der <i>interessanten</i> Nachrichten untergehen. Und: Weil sie mich nicht gefunden hat, werde ich auch nicht bemerken, daß mir etwas fehlt!<br />
So entsteht auch eine neue Form der Verfälschung. Durch das typische Zwitschern einer Web-Quelle wird zwar ein wesentlicher Aspekt der guten alten Flüsterpost ausgehebelt, doch ob die Quelle selbst &#8220;gut&#8221; war, ist ja noch nicht gesichert: Beispielsweise könnte nur der erste SPON-Artikel über das Umweltbundesamt mich finden und der zweite nicht.</p>
<h2>Interessent, Relevant, Richtig</h2>
<p>Am Ende wandelt sich auch hier das Recht der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rezipientenfreiheit">Rezipientenfreiheit</a> (&#8220;das Recht, sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu informieren&#8221;) für jeden einzelnen zur Rezipienten-Pflicht, nämlich zu der moralischen Verpflichtung, sich selbst so gut wie möglich einen Überblick über alle relevanten Nachrichten zu verschaffen und die Richtigkeit zu überprüfen.<br />
Über das hinaus, was uns interessiert.<br />
Über die Nachrichten hinaus, die uns finden.</p>
<h2>Relevante Links <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </h2>
<ul>
<li><a href="http://www.mathewingram.com/work/2008/03/27/if-the-news-is-important-it-will-find-me/">&#8220;If the news is important, it will find me&#8221;</a> (mathewingram.com)</li>
</ul>
<div class="acc_license"></div><!---->]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Statistik seziert: Abitur und Arbeitslosigkeit</title>
		<link>http://palm-leaf.com/2009/10/14/statistik-seziert-abitur-und-arbeitslosigkeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 22:22:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Palm Leaf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Weitergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[abitur]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[dgb]]></category>
		<category><![CDATA[heise.de]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz @de]]></category>
		<category><![CDATA[prozent]]></category>
		<category><![CDATA[prozentrechnung]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel.de]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der DGB hat eine Studie über Arbeitslosigkeit u.a. von Abiturienten veröffentlicht &#8211; hier geht&#8217;s zum Original: http://www.dgb.de/2009/10/arbeitslosigkeit_abiturienten.pdf Heise.de berichtete hier, uns Spiegel Online hier. Und ich versuche mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und einer  gesunden mathematischen Halbbildung herauszubekommen, wieviel die jeweiligen Redakteure vom Thema verstanden haben. Dazu ein Wort vorweg: &#8220;Prozent&#8221; bedeutet &#8220;von Hundert&#8221; oder &#8220;Hundertstel&#8221;. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
<p>Der DGB hat eine Studie über Arbeitslosigkeit u.a. von Abiturienten veröffentlicht &#8211; hier geht&#8217;s zum Original: <a href="http://www.dgb.de/2009/10/arbeitslosigkeit_abiturienten.pdf" target="_blank">http://www.dgb.de/2009/10/arbeitslosigkeit_abiturienten.pdf</a></p>
<p>Heise.de berichtete <a href="http://www.heise.de/jobs/meldung/Abitur-schuetzt-nicht-vor-Arbeitslosigkeit-822460.html" target="_blank">hier</a>, uns Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,654532,00.html" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Und ich versuche mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und einer  gesunden mathematischen Halbbildung herauszubekommen, wieviel die jeweiligen Redakteure vom Thema verstanden haben. Dazu ein Wort vorweg: &#8220;Prozent&#8221; bedeutet &#8220;von Hundert&#8221; oder &#8220;Hundertstel&#8221;.</p>
<p><span id="more-153"></span></p>
<p>Das bedeutet, &#8220;Prozent&#8221; ist eine wertlose Angabe, wenn nicht angegeben wird, <em>wovon</em> die Prozente genommen werden. Auch eine Angabe wie &#8220;3% der 10%&#8230;&#8221; ist meistens irreführend, denn es ist nicht klar, worauf sich die 3% beziehen: Wenn es wirklich &#8220;3% von 10%&#8221; sind, dann bleiben nur 0,3% übrig. Meistens sind jedoch &#8220;3 Prozentpunkte&#8221; gemeint. Beispiel: Von hundert Äpfeln sind 10 sauer, das sind 10%. Von diesen zehn Äpfeln sind drei rot: Das sind dann nicht 3% von 10% (wie oben vorgerechnet: 0,3%) sondern drei Prozentpunkte&#8230;</p>
<p>Das Ganze wird bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prozent" target="_blank">Wikipedia</a> teilweise (!) sehr anschaulich erklärt.</p>
<p>Zurück zur Jugendarbeitslosigkeit:</p>
<p>Im Original der DGB-Studie zeigt das erste Bild unter der Überschrift &#8220;Arbeitslosigkeit bei Fach- und Hochschulabsolventen besonders stark gestiegen&#8221; ein Beispiel für Prozentangaben ohne Basis (also ohne Antwort auf die Frage &#8220;Prozent wovon?&#8221;): Handelt es sich bei den Zahlen in dem schönen Balkendiagramm um Arbeitslosenquoten (ungefähr: Prozent von der erwerbsfähigen Bevölkerung), um Wachstum relativ zum entsprechenden Basiswert (z.B. ~25% mehr arbeitslose Abiturienten <em>als im Vergleichszeitraum</em>) oder um Anteile an der Gesamt-Arbeitslosigkeit?</p>
<p>&#8220;Anteile an der Gesamtarbeitslosigkeit&#8221; lässt sich ausschließen: Dann sollte sich das Bild wenigstens zu 100% aufsummieren &#8211; tatsächlich beträgt die Summe 46,1 Einheiten (Prozent kann man dazu noch nicht sagen, weil sich ohne weiteres nur Prozentsätze zusammenzählen lassen, die sich auf die gleiche Grundmenge beziehen&#8230;).</p>
<p>Wo ein Wissenschaftler die Info schon in die Grafik gepackt hätte hilft hier der Text etwas weiter: &#8220;Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Fach- oder Hochschulreife hat sich im ersten Krisenjahr um fast ein Viertel erhöht und ist damit zwei- bis viermal so stark gestiegen, wie bei den anderen Personengruppen.&#8221; &#8211; es scheint sich also um Wachstumsraten relativ zum entsprechenden Basiswert zu handeln. Schade nur, daß der Vergleichszeitraum nicht präzise angegeben ist: Bei Statistiken wie diesen kann schon ein Monat zu erheblichen Schwankungen führen. Gehen wir der Einfachheit davon aus, daß &#8220;Im ersten Krisenjahr&#8221; wenigstens für jede der Zahlen den gleichen Zeitraum bezeichnet :-/ Was haben wir bisher tatsächlich über die Zahlen herausgefunden? &#8211; faktisch wesentlich weniger als emotional!</p>
<p>Der nächste Satz liefert endlich Fakten, Fakten, Fakten: &#8220;Zwischenzeitlich zählen gut 480.000 Arbeitslose zu dieser Gruppe mit den höchsten Schulabschlüssen. Ihre Zahl ist nur noch um knapp 30.000 niedriger als jene, die keinen Schulabschluss haben.&#8221; Hier gibt es kein Deuten und kein Rechnen. Oder? &#8211; Zunächst fällt das Wörtchen &#8220;Zwischenzeitlich&#8221; auf. Im korrekten Sprachgebrauch heißt das: &#8220;vorübergehend&#8221;, oder &#8220;es gab einmal einen Zeitpunkt, zu dem &#8230;&#8221; &#8211; Umgangssprachlich wird &#8220;zwischenzeitlich&#8221; aber auch oft für &#8220;inzwischen&#8221;, also &#8220;nach einer längeren Entwicklung ist der Stand <em>jetzt</em>: &#8230; &#8221;</p>
<p>So weit so gut, was sagt uns dieser Vergleich? &#8211; Zunächst, daß 510.000 Arbeitslose keinen Schulabschluß haben. Arbeitslose &#8220;ohne Schulabschluß&#8221; und &#8220;Arbeitslose mit Abitur o.ä.&#8221; summieren sich also zu etwa 990.000 &#8211; bei einer Gesamtarbeitslosigkeit von &gt;4 Mio.</p>
<p>Der Haken ist: Von einem niedrigen Niveau ist leicht wachsen. Zur Illustration: Mein Freund hat eine Firma, die 2009 ihre Kundenzahl mehr als verdoppeln konnte. Jetzt haben sie schon drei Kunden! (vorher hatten sie nur einen <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ) &#8211; Eine Verdoppelung der Kundenzahl für bspw. die Deutsche Telekom mit -zip Millionen Kunden ist praktisch unmöglich. Also: Um einen Bezugspunkt für die oben genannten fast 25% zu finden, müsste man sich auch die Zahl der tatsächlich beschäftigten Abiturienten ansehen, ebenso wie man sich die Zahl <em>aller</em> Einwohner ohne Schulabschluß ansehen müsste. Falls in einem angenommenen Extremfall vor dem &#8220;ersten Krisenjahr&#8221; drei Viertel (also 75%) der Einwohner ohne Schulabschluß arbeitslos gewesen wären, wäre eine Verschlechterung um fünf Prozent<em>punkte</em> (also von 75% auf 80%) anders zu bewerten als wenn die Quote &#8220;vor dem ersten Krisenjahr&#8221; bei einem Viertel (also 25%) gelegen wäre.</p>
<p>Lange Rede kurzer Sinn:  Auch hier fehlen wesentliche Daten, die zu einer Interpretation notwendig wären.</p>
<p>Last but not least: &#8220;In den alten Bundesländern haben bereits 15,8 % des Arbeitslosenheeres eine Fachhochschul- oder Hochschulreife [...]&#8221; &#8211; Aha. Auch diese Zahl kann ich erst interpretieren, wenn ich weiß, wie hoch der Anteil der Abiturienten und Fachabiturienten an der Grundmenge ist. 15,8% des Arbeitslosenheeres erscheint viel, wenn unter allen Erwerbsfähigen nur 7,9% Abi/Fachabi haben (d.h. die Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie im Schnitt). Umgekehrt: Wenn 31,6% der Erwersfähigen Abi/Fachabi haben, dann ist ihre Quote nur halb so hoch wie der Schnitt, und die Aussage &#8220;eine gute schulische Ausbildung schützt längst nicht immer vor Arbeitslosigkeit&#8221; wäre mit <em>viel</em> Vorsicht zu genießen: Einen absoluten Schutz gibt es sowieso nicht, aber eine Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten um den Faktor zwei fände ich schon einen ziemlich guten Schutz. Aber da auch hier die Daten fehlen, ist das alles sowieso Spekulation.</p>
<p>Glaube nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast!</p>
<p>Damit haben wir zunächst den ersten Abschnitt erfolgreich seziert. Nächste Frage: Wieviel davon haben die Profi-Journalisten bei Heise und Spiegel mitbekommen?</p>
<p>Der Spiegel-Artikel geht der Frage dezent aus dem Weg: Da etwa die Hälfte des Artikels die &#8220;Studie&#8221; des DGB in Bezug setzt zu anderen, ähnlichen, kommt der Spiegel mit wenigen, undifferenzierten Zitaten des Zahlenmaterials aus. In einer Randbemerkung weist der Spiegel auch mit Einschränkungen auf das oben detailliert besprochene Problem hin.</p>
<p>Heise greift meiner Meinung nach zu kurz: Die Zahlen werden weitgehend aus dem DGB-Papier wiedergegeben, ohne sie zu hinterfragen oder in Zusammenhang zu stellen: Alle Argumente oben passen ohne Modifikation auch zum Heise-Artikel.</p>
<p>Was bleibt? &#8211; Die traurige Gewissheit, daß Gesellschaften nicht nur die Politiker bekommen, die sie verdienen, sondern auch die Medien <img src='http://palm-leaf.com/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Und der gute Vorsatz, hier öfter einmal eine Statistik zu sezieren, um das Bewußtsein weiter auszubilden.</p>
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