Während ich dies schreibe, kratzt die Feder des Füllers auf dem Papier.
Lärmverschmutzung?
Ein einzelnes Auto fährt vorbei.
Lärmverschmutzung?
Die Heizung blubbert, sie ist wohl nicht richtig entlüftet.
Vor ein paar Tagen hat der Arzt mir wegen einem Ohr-Problem den Flug nach Indien verboten. “Meiden Sie jede akustische Belastung.”
Seitdem bin ich auf Entzugt. Schall-Entzug. (weiterlesen…)
Zunächst: Allen regelmässigen und unregelmässigen Lesern des Bananenblatts wünsche ich von ganzem Herzen Glück und Gesundheit im neuen Jahr, und – bei näherer Betrachtung – eigentlich überhaupt immer.
Anstelle der üblichen Wünsche usw. möchte ich mit euch / Ihnen gerne vier Silvester-Impressionen teilen. Zwei davon sind fotografischer Natur, zwei habe ich leider nur als Prosa.
Das einsame Sektglas

Zunächst ist da dieses bemerkenswerte Sektglas (siehe Foto), das auch am dritten Januar noch am Straßenrand eines nahegelegenen Industriegebiets steht. Der Farbe nach ist tatsächlich noch Sekt drinn, aber eine genauere Untersuchung habe ich mir verkniffen.
Irgendjemand wurde da wohl um kurz vor zwölf abgelenkt. Hoffentlich irgendeine Form von freudiger Ablenkung.
(weiterlesen…)
Gestern, am Samstag, in der Fußgängerzone einer großen Stadt erlebt:
Eine Mutter hat gelernt, daß das Baby zu schreiben aufhört, wenn sie es aus dem Kinderwagen nimmt und trägt.
Ein Baby hat gelernt, daß die Mutter es aus dem Kinderwagen nimmt und trägt, wenn es anfängt zu schreien.
Jeder Transfer dieser Erkenntnisse auf das Leben von Erwachsenen (Beruf und Familie, um nur die wichtigsten zu nennen) wäre…
Soso… aller Irak-Opposition zum Trotz ist jetzt auch eine Deutsche im Irak entführt worden. Ein paar Fakten in Kürze:
- Es handelt sich um die Archäologin Susanne Osthoff.
- Sie war nicht wegen ihres Berufes, sondern wegen ihrer Berufung im Irak: Sie wollte den Menschen dort helfen. Dazu ging sie schlug sie immer wieder Warnungen aus daß ihre Missionen zu gefährlich seien.
- Die Entführung geschah am 29. November, genau eine Woche nach Angela Merkels Amtsantritt.
- Die Entführung geschah nach Bundeskanzlerin Merkels Ankündigung von “Kontinuität” in der Irak-Politik
Daraus kann man folgendes folgern:
- Das Deutsche nicht-Engagement im Irak ist kein Schutz vor Terror.
- Die Entführer sind feige (denn sie entführen eine Frau), sie schaffen nur die einfachen Ziele (die sich nicht um ihre Sicherheit kümmern) und interessieren sich nicht um das Wohlergehen der Menschen in ihrem eigenen Land (sie entführen eine Person, die ihnen nur helfen will.
… und daß die Entführer uns erpressen wollen ist offensichtlich. Die Ereignisse in Spanien (wo durch den Anschlag tatsächlich der Wahlausgang verändert wurde) haben ihnen offensichtlich Oberwasser verschafft. Glück gehabt: Merkel “[...] will sich nicht erpressen lassen“. Recht so: wenn wir weiter demonstrieren, daß die Methode funktioniert, gefährden wir nur noch mehr Helfer im Irak.
Frage: Werden die vielen Apelle nicht als Zeichen von Schwäche interpretiert? – Diesmal hoffentlich nicht, denn immerhin fordert auch Schiitenführer Sadr [...die...] Freilassung Osthoffs. Andere Apelle (oder andere Situationen) könnten eher dazu geeignet sein, das Problem zu vergrößern als zu lösen:
In grauer Vorzeit war ich mit meinen Eltern in Marokko im Urlaub. Irgendwann hatte ich bei einem Teppichhändler einen kleinen Gebetsteppich gesehen, den ich unbedingt haben wollte, wie kleine Kinder eben sind. Mein Vater hatte ernsthaft versucht, den Preis auf ein vernünftiges Maß zu drücken, doch meine offensichtliche Gier hat einen Verhandlungserfolg am Ende unmöglich gemacht. Wer kann schon sagen, daß nicht das gleiche bei den Entführern passiert?
Spaß lass nach… nach dem eher ernsten Bananenblatt-Beitrag “Fensterputzer: Arbeitsmarkt” ist das folgende Foto natürlich extra bemerkenswert: Fensterputzer im 22. Stock eines Frankfurter Wolkenkratzers, von innen fotografiert. Die Jungs haben Mut. Wir waren alle tief beeindruckt, vor allem, als einer der drei eine kleine Tretleiter aufstellte und auf einem schuhschachtelbreiten Sims im 22. Stock auf die Leiter stieg! – Naja, wahrscheinlich hat der eine Meter keinen Unterschied mehr gemacht…

Am vergangenen Wochenende waren wir in Amsterdam. Manche mögen dabei zunächst an Coffeeshops und Pflanzenprodukte oder an arme Damen denken, die so wenig anzuziehen haben, daß sie ihr Studium mit ungewöhnlichen Tätigkeiten finanzieren müssen. Zunächst sei gesagt: Amsterdam ist eine wahnsinnig schöne Stadt.
Doch das Thema für diesen Artikel ist das Anne Frank Haus und ein paar dadurch inspirierte Gedanken.
Für die, die die Geschichte von Anne Frank nicht kennen (ich kannte sie auch nur oberflächlich) sei auf den Anne-Frank-Eintrag in der Wikipedia verwiesen. Hier nur so viel: Anne Frank, ein damals 13jähriges jüdisches Mädchen, und sieben weitere Personen mussten sich im Juli 1942 in einem Hinterhaus in Amsterdam vor den Nazis verstecken. Während etwas mehr als zwei Jahren konnten sie nicht nach draußen und durften auch sonst keine Aufmerksamkeit erregen. Anne hielt dieses Leben “im Hinterhaus” in den berühmten Tagebüchern der Anne Frank
fest. Kurz bevor die Alliierten Amsterdam erreichten wird das Versteck verraten und die acht Versteckten verhaftet. Mit dem letzten Transport werden sie in das KZ-System geschafft, wo alle außer Annes Vater Otto Frank umkamen. Anne starb wenige Wochen bevor “ihr” Lager von britischen Truppen befreit wurde. Otto Frank veröffentlichte Annes Tagebücher kurz nach dem Krieg und unterstüzte die Bestrebungen, das Versteck, das Hinterhaus, in ein Museum umzuwandeln: Das Anne Frank Haus.
Das Anne Frank Haus zieht den Besucher in seinen Bann. Schon im Vorraum, bei der Gelegenheit, ein Modell des Hinterhauses zu studieren und sich anhand der Broschüre auf den Besuch einzustimmen breitet sich Schweigen aus. Die leeren Räume (die Möbel waren von den Nazis abtransportiert worden, und es war Otto Franks Wunsch, die Räume bei der Umgestaltung leer zu lassen) vermitteln ein immer bedrückenderes Gefühl. Die Räume sind dekoriert mit Zitaten aus den Tagebüchern, mit kleinen Alltagsgegenständen der Familie. Manchmal gibt es kurze Video-Einspielungen von den Helfern, oder auch eine von Otto Frank.
Ich möchte nützlich sein, oder den Menschen Freude bringen, sogar denen, die ich nie getroffen habe. Ich möchte über meinen Tod hinaus leben. Und darum bin ich Gott dankbar für dieses Geschenk [zu schreiben], das ich nutzen kann um alles was in mir ist zu entwickeln und auszudrücken.
– Anne Frank,
Anne Franks Tagebücher sind ein weltweiter Bestseller, und der Gedanke daß Anne immer wieder betont hatte, daß sie Schriftstellerin werden wollte, und daß alle diese Wünsche sich nach ihrem Tod (vielleicht sogar durch ihren Tod) erfüllten, ist erschütternd.
Eine einzige Anne Frank bewegt uns mehr als die zahllosen anderen, die genau wie sie litten, aber deren Gesichter im Schatten bleiben. Vielleicht ist es besser so: Wenn wir fähig wären, das Leiden all dieser Menschen aufzunehmen, könnten wir nicht mehr leben.
-Primo Levi, Autor und Überlebender des Holocaust.
Ich könnte vergehen vor Respekt vor dieser fünfzehnjährigen Anne Frank, ihren Wünschen und ihrer Leistung. Auch die anderen sieben “im Hinterhaus” und ihre Helfer demonstrieren über alle Maßen Menschlichkeit – Qualitäten, Stärken, aber auch Schwächen. Wir sollten uns öfter an sie erinnern. Die Zeit naht wieder, in der Intoleranz wächst, in der unsere Freiheiten wieder in Gefahr sind. Doch diesmal sind unsere Freiheiten von vielen Seiten bedroht: unter anderem durch eine Religion, die “Unterwerfung” heisst, die ihren Anhängern die Unterdrückung von Andersgläubigen (nicht nur Juden!) und von Frauen vorschreibt, und auch von Politikern, die in ihren Anstrengungen, unsere Freiheiten zu schützen, über das Ziel hinausschießen und aus falsch verstandener politischer Korrektheit wieder wegsehen:
193. Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. [...]
– Der Koran, 2. Sure
Wohlgemerkt: Nicht alle Muslime sind Terroristen, doch ist momentan die überwiegende Zahl der Terroristen Muslime. Tendenz steigend. Mehr in Ralf Langeders Kommentar zu Religiös unkorrekt. Es ist beobachtbar, daß der Islam auf verschiedenen Ebenen mehr und mehr zu einem Problem wird.
Wie kann sich eine Demokratie schützen vor jenen, die sie unterwandern und die demokratischen Rechte (bspw. das Wahlrecht! – siehe dazu auch Zum Vordenker der “Muslimischen Bruderschaft” und anderen) ausnutzen um die Demokratie abzuschaffen???
Schlußworte:
Der Titel dieses Beitrages, “Geh’ so oft wie möglich ins Museum”, ist ein Zitat von Van Gogh. Es passt von sich aus schon gut zu dem Besuch im Anne Frank Haus, doch meine bessere Hälfte hat es perfektioniert: “… denn jedesmal, wenn man ins Museum geht, erweitert sich der geistige Horizont, und das geht nie mehr verloren.”
Ist es nicht wunderbar, daß niemand auch nur einen Moment warten muß zu beginnen, die Welt zu verbessern.
– Anne Frank
Also los!
Dieser Artikel steht noch provisorisch… ungeschliffen, aber mit einem herzhaften Eindruck aus Amsterdam.