22.September 2009
Nach einem kleinen Ausflug ins Denkforum möchte ich den Gedanken an “den Geist, der stets bejaht” gerne weiter ausbreiten:
Heutzutage, in meinem Leben, ist “Der Geist, der stets bejaht” unangenehm allgegenwärtig:
- Bei der Bundestagswahl
- In der Arbeit
- In Form von “Politischer Korrektheit” überall auf der Straße
Und so ähnlich der Charakterisierung des “Geistes der stets verneint”:
Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
kommt mir der “Geist, der stets bejaht” vor als
Ich bin ein Teil von jener Kraft,
die stets das Gute will und stets das Böse schafft.
als Mephisto im Gegensatz zum Mephistopheles vor, als Teufel im Gegensatz zum Teufelchen, zum Schelm.
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16.Juli 2009
Die Finanzkrise hat Indien erreicht – den Diskussionen vor Ort nach mit wilden Auswirkungen auf die deutschen Mitarbeiter von Firmen mit großen “Ablegern” in Indien.
Zunächst: Indien ist endgültig in der “zivilisierten Welt” angekommen. Indien (oder wenigstens Bangalore) hat “Zivilisationskrankheiten”: Sowohl die Selbstmord- als auch die Scheidungsquote sind im letzten Jahr dramatisch gestiegen. Es gibt seit neuestem auch so etwas wie Akademiker-Arbeitslosigkeit (Zitat: Arbeitslosigkeit hatten wir hier schon immer – und sie war schon immer so hoch, daß keiner sie gemessen hat. Neu ist, daß es jetzt auch die Akademiker erwischt).
Ein Freund in einer Management-Position berichtete, daß er in den letzten zehn Jahren eine Gehaltssteigerung um einen Faktor 200 geschafft hat. Er ist zu einer “normalen” Zeit eingestiegen und kann mit den durch die Finanzkrise bedingten Einschnitten umgehen: Er hat eine Zeit mit “normalen” Löhnen erlebt. Vorübergehend war die Lage anders: Berufseinsteiger in der IT haben unglaublich verdient (Die Schlagzeile vor sechs Jahren war: Ein IT-Berufseinsteiger kann sich beim Einstieg ein Motorrad leisten, vor drei Jahren schon ein Auto). Die Menschen dieser Generation kamen auf einem weit überhöhten Niveau ins Berufsleben. Sie haben sich teilweise hoch verschuldet, um Immobilien oder ihren Lebensstil zu finanzieren und wissen jetzt keinen Ausweg mehr. Der Cartoon auf einer Tageszeitung illustriert die Lage: ein Kind, das seinen Vater (in Anzug und Krawatte) fragt: Papa, wann fangen wir an zu betteln?
Kurz: Die Stimmung ist schlecht.
Die Konsequenz daraus ist, daß jeder, der einen Job hat, sich fest daran klammert. Wie auch hier gilt das Prinzip, wer zuletzt kommt, geht als erster. Und jeder freut sich über einen Neueinsteiger im eigenen Bereich: (Wieder) einer, der vor mir geht…
Für die Firmen in Indien ist das aus zwei Gründen wie ein Sechser im Lotto:
- Sie können ihre guten Mitarbeiter halten und nicht nur von “abstrakter” Erfahrung aus anderen Firmen profitieren, sondern auch von der im eigenen Hause erworbenen, sehr viel spezifischeren.
- Es ist das Mittel, um gegen den “schlechten Ruf” im Ausland anzugehen, daß die Fluktuation viel zu hoch sei
Indien wird nach wie vor ein Ort für kostengünstige Fachkräfte sein. Während “früher” der Trend war, daß die “Offshore-Kollegen” den Job wechseln, sobald sie nach deutschem Verständnis eingelernt sind, können wir jetzt damit rechnen, daß die Kollegen bald auch ähnlich erfahren sein werden wie die Kollegen in Deutschland: Gute Manager, gute Projektleiter, gute Experten, etc.
Für Deutschland galt in vielen Firmen seit einiger Zeit Einstellungsstopp. Um den Mitarbeitern in Deutschland eine Perspektive zu geben und die hohen Fluktuationen und das damit ständig abwandernde Fachwissen in Indien zu kompensieren, wurden in Deutschland oft die Strukturen in Indien (Manager, Projektleiter etc.) noch einmal kopiert: Während in Indien ein ständiges “Ausbilden” stattfand, war die tatsächliche Erfahrungsbasis in Deutschland.
Das wird bald nicht mehr nötig sein.
Und die Firmen werden feststellen, daß sie in Deutschland “viele Häuptlinge, wenige Indianer” (und einen Einstellungsstopp) haben, während in Indien die gesamte Struktur noch ausgewogen ist. Von einem Generationsproblem ganz zu schweigen: Da die Einstellungsstops in Indien mehrere Jahre später kamen als hier kann das Durchschnittsalter in Indien 5-10 Jahre niedriger liegen als in Deutschland – was die Kommunikation über Standortgrenzen nicht unbedingt erleichtert.
Und wahrscheinlich ist dieser Themenkomplex nicht auf Indien beschränkt. Wahrscheinlich funktioniert es so oder so ähnlich auch in Teilen von China usw.
Die Finanzkrise ist in Indien angekommen. Quo vadis, Deutschland?
13.Juli 2009
Heute gab’s wieder einmal einen Artikel zur Schweinegrippe in der Zeitung.
Komisch… es war schon relativ lange relativ still um die Schweinegrippe, oder?
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24.April 2008
Mutige Freunde:
Die Planungen für eine Lichterkette am 21. Juni 2008 am Rhein (Nijmegen/NL, Düsseldorf, Köln, Bonn, Breisach, Kehl, Basel/CH) jeweils in Verbindung mit einer Unterschriftenaktion mit Aufruf an IOC, EU, UNO, schreiten voran und werden auf www.TibetLicht.de ständig aktualisiert.
Bitte die Unterschriftenliste ausdrucken und überall dort, wo Menschen Sie unterschreiben können, auslegen.
Da hier nur eine Handvoll Menschen ehrenamtlich arbeiten, (und unser Verein Familyangels erst vor einigen Wochen gegründet wurde) brauchen sie dringend Unterstützung, da sie keine finanziellen Mittel für diese Aktion zur Verfügung haben. Wenn Ihr jemanden kennt, der vielleicht noch zeitliche Ressourcen frei hat, und aktiv mitarbeiten möchte, bitte gebt die Kontaktadresse von der Tibet-Licht-Webseite weiter.
13.März 2008
Schottische Wissenschaftler haben wohl das erste Schwarze Loch im Labor nachgestellt. Als Ausrüstung diente eine Anordnung aus Lasern und Glasfaser – so konnte ein “nulldimensionaler Ereignishorizont” beobachtet werden. Jetzt begeben sich die Wissenschaftler auf die Suche nach der Hawking-Strahlung.
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16.September 2006
Fakt: Der Papst hat sich ein Herz genommen und öffentlich das Verhältnis zwischen Religion und Gewalt thematisiert.
Analyse: Das ist gut, vor allem weil es schon lange überfällig war. Es ist nun einmal ein Fakt daß Berge von Gewalt religiös motiviert sind, und es ist auch ein Fakt daß ein großer Teil davon vom Islam ausgeht. Da sollte man nicht unter der Ausrede der Toleranz Täter und Opfer vertauschen.
Fakt: Einige Leute fühlten sich dadurch massiv auf den Schlips getreten und machten dem – durch Drohungen oder Taten – Luft.
Analyse: Das bestätigt den Punkt, und es wirft die Frage auf, ob die betreffenden Kandidaten zu einer intellektuellen Lösung fähig sind, und wenn: ob sie daran ein Interesse haben. Man halte im Gedächtnis daß die Reaktionen auf eine unterstellte (!) Beleidigung des Propheten tausendmal heftiger sind als die Reaktionen auf islamistisch motivierte Terror-Akte usw. – manche Koran-Übersetzer behaupten, daß im Islam die Unterwerfung unter Gott und den Propheten über alles gehe, auch über den “Frieden auf Erden”. Duch gewaltsame Ausschreitungen entlarven sich die “tatkräftigen” Unterstützer dieser Interpretation. Offensichtlich ist für diese Gruppe auch eine Koexistenz mit nicht-Moslems zu wenig, wie man beispielsweise am konsequenten Leugnen des Existenzrechtes des Staates Israel durch die Hisbollah sieht. Auf Basis dieser Weltanschauung ist eine de-eskalation schlichtweg nicht möglich, denn diese Gruppen haben kein Interesse daran.
Trotzdem hat der Papst sich entschuldigt.
Analyse: Schade. Es ist grundsätzlich löblich daß der Papst tut was er sagt – aber es ist nicht nützlich. In seiner Vorbild-Rolle ist es vielleicht seine einzige Wahl, doch es kann der frömmste nicht in Frieden leben…
Und: Unsere Gewohnheit, pauschal den “schwachen” in Schutz zu nehmen ist gerade auf dem besten Weg dazu, unsere Kultur der Trennung von Kirche und Staat, der Meinungsfreiheit und der Demokratie zu killen. Für welches konkrete Verhalten wollen wir Bombenleger, Rakteenschützen, Entführer und Halsdurchschneider belohnen?
Wofür steht unsere Kultur? Für Toleranz? – Wir tolerieren doch sowieso schon alles, einschließlich Intoleranz. Viele Moslems sind bereit, für ihren Gott zu kämpfen und zu sterben (von Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, und Gleichberechtigung keine Rede)
Wofür würden wir kämpfen und sterben? Wofür würden wir aufstehen und in den Krieg ziehen? Wenn nicht für die Freiheit und Demokratie, wofür dann?
Wenn wir das nicht tun, verhalten wir uns wie Schafe auf dem Weg zum Schlächter. Mit-humanisten: Steht auf für eure Werte!
2.Juni 2006
Das Blog hatte Urlaub. Hat sicher jeder gemerkt, seit April ist hier nix mehr los.
Und das Blog geht wieder in Urlaub, bis Mitte Juni. Das Leben ist hart, oder?
Aber was in der Pause zwischen zwei Urlauben auffiel:
Die FTD schrieb:
Deutschland gibt Migrantenkindern keine Chance
Das deutsche Schulsystem versagt nach einer neuen OECD-Studie wie kaum ein anderes auf der Welt bei der Förderung von Migrantenkindern. Während sich in fast allen anderen Industriestaaten die Schulleistungen von Zuwandererkindern mit Dauer des Aufenthaltes ihrer Familien verbessern, werden sie in dagegen in Deutschland deutlich schlechter.
Leider ist dieser interessante Artikel wieder von der FTD-Seite verschwunden, der Link, den ich mir selbst geschickt habe, zeigt jetzt auf einen anderen Artikel: Stoiber geißelt Integrationspolitik. Das Thema ist interessant, aber Artikel verschwinden lassen gibt Abzug in der B-Note.
Und der Spiegel Online schreibt unter der Überschrift: ABSCHIED VON MULTIKULTI – Grüne räumen Wohlfühlpositionen ab, daß die Grünen jetzt “[Migranten] als Bürger mit Rechten und Pflichten” ansehen wollen, nachdem “die Grünen die Migranten zu lange allein als Schutzbedürftige gesehen hätten”.
Prima… Rechte und Pflichten für die Migranten, und auch Rechte und Pflichten für den aufnehmenden Staat. So weit bin ich 100%ig einverstanden. Ob ich jemals dazu komme, dieses Papier tatsächlich zu lesen und detaillierter zu kommentieren ist leider eine andere Frage…
20.Mai 2006
Vielleicht hat’s jemand gemerkt: Heute zwischen ~14:45 (Beginn des Backups) und ~15:00 (Umstellung auf die neue Software) war hier etwas Chaos. Das Bananenblatt hat sich einen Software-Update gegönnt und läuft jetzt auf WordPress 2.0.2. Wenn man die 10 Minuten für das Backup abzieht: Rekordzeit, und keine Probleme. Großes Kompliment an die Leute bei WordPress!
15.Mai 2006
Man hat’s wohl gemerkt: Das Blog hatte wieder einmal Urlaub. Leider ist die Ankündigung dazu durch einen Bedienfehler im Entwurfsfach liegengeblieben – und jetzt lohnt sich’s auch nicht mehr, sie wieder auszugraben.
Zwei wichtige Dinge:
Ein Lese-Geschenk für den Urlaub, das man ohne Einschränkungen weiterempfehlen kann: Einfach die Welt verändern. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung. Zu dem Buch gibt’s auch eine Web Seite: http://www.wearewhatwedo.de/
Andererseits ein Zitat von einem Straßenkünstler:
Where would we be without fun and humour? — Germany!
(Wo wären wir ohne Spaß und Humor? — Deutschland!)
In diesem Sinne meine Bitte: Bitte nicht immer alles so ernst nehmen. Wir aus dem Deutschen Sprachraum könnten das Leben viel besser genießen, wenn wir hin und wieder schmunzeln würden anstatt uns aufzuregen.
3.April 2006
Ein Jahr Bananenblatt… kaum zu glauben.
Die pathetische Geburtstagsansprache sparen wir uns besser, oder? – Auch, weil ich den Geburtstag um rund einen Monat verschlafen habe
Ein Jahr, das sind insgesamt ~ 70 Artikel, ~18 Kommentare und Trackbacks (da würde ich mir mehr wünschen – Vorschläge?) und ~14.000 Visits (das finde ich ziemlich cool! – herzlichen Dank an alle treuen Leser!). Und all das völlig ohne Werbung!
Und nach einem Jahr habe ich es – endlich – auch geschafft, meinen guten Vorsatz wahrzumachen und das Original-Bananenblatt-Titelbild hochzuladen. Jetzt passt irgendwas mit der Schriftfarbe nicht richtig. Ist das ein Problem, oder kann man’s bis auf weiteres stehenlassen?
Und aus aktuellem Anlaß gibt’s auch in der “Links”-Section zwei neue Links: DRM – Nein Danke!, eine Aktion des PC Magazin gegen Kopierschutz und “Digital Rights Management” (DRM) Systeme. Diese Dinger spielen mit Raubkopierern “Hase und Igel” (d.h. sie sind nicht wirklich langfristig wirksam) und behindern legale Nutzung der Medien – egal ob “die Medien” in diesem Sinne Musik-CDs, Videos/DVDs oder Computersoftware sind.
Auch der andere neue Link ist ein politisches Statement: Gegen Rundfunkgebühren auf PCs und Handys weist auf die Seite der Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler.
Zu diesen beiden Themen gibt’s hoffentlich bald separate Artikel.
Last but not least: Jetzt gibt’s auch Werbung auf dem Bananenblatt. Ich erwarte nicht, daß ich die Hosting-Kosten damit tragen können werde, aber das spielt keine große Rolle. Solange das Ganze zum Denken anregt und nützt, lege ich gerne “ein paar Mark” dafür auf den Tisch. Aber man muß ja nicht übertreiben, oder?
Also nochmal: Vielen herzlichen Dank an den geneigten Leser für Deine Aufmerksamkeit. Bis bald wieder!