Eigentlich hatte ich gedacht, daß mein letzter Tweet (nach dem 3. Platz der Deutschen) zum Thema so etwas wie ein Schlußwort sein könnte:
Das schönste am Fußball ist, wenn Jogi sich freut.
Doch dann kam das Finale.
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Eigentlich hatte ich gedacht, daß mein letzter Tweet (nach dem 3. Platz der Deutschen) zum Thema so etwas wie ein Schlußwort sein könnte:
Das schönste am Fußball ist, wenn Jogi sich freut.
Doch dann kam das Finale.
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Die inhaltliche Karstadt-Diskussion ist zu komplex, um sie hier zu kommentieren. Den kompletten juristischen Papierkrieg zum Thema kennen sowieso nur noch ein paar Anwälte, und mit weniger ist ein kompetenter Kommentar nicht zu machen.
Zur Diskussion in den Medien jedoch kann ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen, vor allem zu dem Artikel “Gewerkschaft bangt um Karstadt-Rettung” bei Spiegel Online. Dieser Artikel enthält zwei interessante Widersprüche:
Erstens:
[Margret] Mönig-Raane [von ver.di] sieht Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in der Pflicht: “Er hätte hinter dem Bühnenvorhang mal Tacheles reden können, das hätte ich schon erwartet.”
Na bravo: Nach vorne jammern, und gleichzeitig fordern, daß “hinter dem Bühnenvorhang” gearbeitet wird. Angenommen Herr Bundeswirtschaftsminister Brüderle hätte dieser Forderung tatsächlich entsprochen – woher wüssten wir es denn??? Doch nur, wenn es eine MEGA-Indiskretion gegeben hätte.
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Heute, 20:30: Deutschland gegen Ghana. Ganz Deutschland ist begeistert für Fußball. Eigentlich denke ich darüber nach, mit meiner Frau das tolle Wetter zu genießen und ein Eis essen zu gehen. Nur die zweite Halbzeit – das müsste doch eigentlich genügen. Doch nein, eigentlich will ich das Spiel doch ganz sehen. Denn ich könnte ja ‘was verpassen. Ein Tor in 180 Fußballminuten genügt ja…
Und dann die Erkenntnis: Warum eigentlich Fußball? Wie ist’s mit Tennis, Handball, Basketball, American Football, … – da ist doch dauernd was los. Warum eine Sportart, bei der u.U. in 180 Minuten nur ein einziges Tor fällt?
Und dafür begeistert sich eine ganze Nation? Ganz Deutschland begeistert sich dafür, “nichts zu verpassen”? Das kann’s doch auch nicht sein… was sagt das über andere Felder? Politik? Bildung? Wirtschaft? Abwarten und konsumieren?
Wieder so ein Fall von kognitivem Frontalzusammenstoß:
Die aktuelle Titelgeschichte bei KoopTech, “Spendercrawl – Parteispenden-Analyse Teil 3” endet mit der Frage: “Welche frei verfügbaren Daten könnten die Machtverhältnisse besser abbilden?” (im Kontext von “Die tatsächlichen Machtverhältnisse bleiben offensichtlich im Netz verborgen. Vom bürgerlichen Lager ist kaum etwas zu sehen, …”).
Soweit ich die verwendete Analyse verstehe, ist sie beschränkt auf Internet-Netzwerke (bzw. öffentlich bekannte Kapitalverflechtungen – ganz nett, hilft aber offensichtlich auch nicht). Damit spiegeln diese Analysen vor allem die Kommunikationspräferenzen wider. Wie wir alle in den letzten Jahren beobachten konnten (z.B. im Umfeld der “Zensursula”-Debatte) sind die Kommunikations-Präferenzen stark mit Ideologien korrelliert. Um die Diskussion anzuschieben, postuliere ich folgende Korrelationen:
Möglicherweise spiegelt das auch das Durchschnittsalter wieder, so weit würde ich jetzt eigentlich nicht gehen wollen
Damit wäre klar, wo man nach der tatsächlichen Vernetzung suchen müsste: Nur für die Grünen trifft eine online-Analyse den Nerv, die Netze der “Bürgerlichen” könnte man mit den Methoden der Klatschpresse aufdecken und die der SPD mit den Methoden des BND
So, jetzt ist hoffentlich genug Öl ins Feuer gegossen für eine coole Diskussion
Vielleicht wäre eine Variante von XING interessant, bei der jeder “fremde” Bekanntschaften eintragen kann. Z.B. Tanzpaare am Opernball, Familienverflechtungen, gemeinsame Gewerkschaftsauftritte usw. Damit’s funktioniert müsste man’s in zweierlei Hinsicht moderieren: Einerseits müsste sichergestellt sein, daß nur Personen des öffentlichen Interesses auftauchen, andererseits muß die Datenqualität sichergestellt werden, z.B. durch Review. Vielleicht kann man sowas einfach bei abgeordnetenwatch andocken?
Wer macht?
Nach einigen Verzögerungen (siehe “Lärmverschmutzung“) bin ich heute Nacht in Bangalore angekommen. Mein letzter Besuch hier ist jetzt neun Monate her, und einiges hat sich verändert…
Heute schreibt der Spiegel Online über die Schweinegrippe: “Chronik einer Hysterie“.
Ich bin ein kleines bisschen stolz auch mich: Denn während der Spiegel jetzt als eine der vier Lehren aus der Schweinegrippen-Hysterie auch aufführt: “Wie [...] Medien die Hysterie gefördert haben” hat das Bananenblatt schon (naja…) am 13. Juli einen Artikel zum Thema “Schweinegrippe und Medienkompetenz” veröffentlicht. Darin steht:
Medienkompetenz bedeutet vieles – unter anderem, sich nicht aufgrund der Häufigkeit eines Themas ein Urteil über die Wichtigkeit zu machen. Stattdessen sollte jeder die Wichtigkeit selbst und für sich selbst beurteilen.
[...] [Schwinegrippe war ein Thema], das ich innerhalb von weniger als einer halben Stunde quantifizieren konnte.
Daß Medien ihr Dings nicht immer neutral auf die Reihe kriegen ist wohl eine Tatsache, mit der wir leben müssen. Ob wir darauf hereinfallen liegt in unserem eigenen Ermessen.
Ich hab’s doch gleich gesagt.
Während ich dies schreibe, kratzt die Feder des Füllers auf dem Papier.
Lärmverschmutzung?
Ein einzelnes Auto fährt vorbei.
Lärmverschmutzung?
Die Heizung blubbert, sie ist wohl nicht richtig entlüftet.
Vor ein paar Tagen hat der Arzt mir wegen einem Ohr-Problem den Flug nach Indien verboten. “Meiden Sie jede akustische Belastung.”
Seitdem bin ich auf Entzugt. Schall-Entzug. (weiterlesen…)
Am Samstag geht’s wieder einmal nach Bangaluru, Indien. Ich bin schon gespannt: Meine letzte Reise war letzten Sommer (2009), davor war ich zuletzt 2005 “vor Ort” – und in diesen vier Jahren hatte die Stadt sich so unglaublich verändert. Um nur ein paar Kleinigkeiten zu nennen:
Aus Dschungel wurde ein indisches Silicon Valley (genauer: Whitefield hat sich so ausgedehnt, daß “unser” altes Büro – früher praktisch im Urwald – jetzt mitten im indischen Silicon Valley zu liegen scheint)
Aus Hauptstraße (Mahatma Ghandi Road – MG Road) wurde U-Bahn-Baustelle.
Mal sehen, was in den letzten neun Monaten passiert ist.
Technikfolgenabschätzung ist in Deutschland beliebter ein Volkssport. Genau genommen: Technikfolgen-Kritik. Schwarzmalereien zu beliebigen Themen sind fast so beliebt wie Fußball – und wie beim Fußball ein Volk von 80 Millionen Nationaltrainern sind die Deutschen auch bei der Technikfolgen-Kritik ein Volk mit 80 Millionen Experten. Wo vor 100 Jahren Nostradamus den Untergang der Welt prophezeite, sind es heute die Technikfolgenabschätzer.
Doch was sind die Folgen dieser Suche nach den Folgen? – Eine Technikfolgenabschätzung-Abschätzung am Beispiel. Und wer jetzt die verpassten Chancen von Gentechnik, Atomkraft und Internet erwartet, hat sich getäuscht.
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