Bananenblatt


7.März 2010

Lärmverschmutzung

Abgelegt unter: Erlebt | wong it! — bananenblatt @ 0:38

Während ich dies schreibe, kratzt die Feder des Füllers auf dem Papier.

Lärmverschmutzung?

Ein einzelnes Auto fährt vorbei.

Lärmverschmutzung?

Die Heizung blubbert, sie ist wohl nicht richtig entlüftet.

Vor ein paar Tagen hat der Arzt mir wegen einem Ohr-Problem den Flug nach Indien verboten. “Meiden Sie jede akustische Belastung.”

Seitdem bin ich auf Entzugt. Schall-Entzug. (weiterlesen…)

17.Februar 2010

Wieder einmal Indien

Abgelegt unter: Bananenblatt "Classic" | wong it! — bananenblatt @ 0:47

Am Samstag geht’s wieder einmal nach Bangaluru, Indien. Ich bin schon gespannt: Meine letzte Reise war letzten Sommer (2009), davor war ich zuletzt 2005 “vor Ort” – und in diesen vier Jahren hatte die Stadt sich so unglaublich verändert. Um nur ein paar Kleinigkeiten zu nennen:

Aus Dschungel wurde ein indisches Silicon Valley (genauer: Whitefield hat sich so ausgedehnt, daß “unser” altes Büro – früher praktisch im Urwald – jetzt mitten im indischen Silicon Valley zu liegen scheint)

Aus Hauptstraße (Mahatma Ghandi Road – MG Road) wurde U-Bahn-Baustelle.

Mal sehen, was in den letzten neun Monaten passiert ist.

25.Januar 2010

Technikfolgenabschätzung-folgenabschätzung

Abgelegt unter: Weitergedacht | wong it! — bananenblatt @ 22:30

Technikfolgenabschätzung ist in Deutschland beliebter ein Volkssport. Genau genommen: Technikfolgen-Kritik. Schwarzmalereien zu beliebigen Themen sind fast so beliebt wie Fußball – und wie beim Fußball ein Volk von 80 Millionen Nationaltrainern sind die Deutschen auch bei der Technikfolgen-Kritik ein Volk mit 80 Millionen Experten. Wo vor 100 Jahren Nostradamus den Untergang der Welt prophezeite, sind es heute die Technikfolgenabschätzer.

Doch was sind die Folgen dieser Suche nach den Folgen? – Eine Technikfolgenabschätzung-Abschätzung am Beispiel. Und wer jetzt die verpassten Chancen von Gentechnik, Atomkraft und Internet erwartet, hat sich getäuscht.
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3.Januar 2010

Neujahrs-Impressionen

Abgelegt unter: Erlebt | wong it! — bananenblatt @ 19:14

Zunächst: Allen regelmässigen und unregelmässigen Lesern des Bananenblatts wünsche ich von ganzem Herzen Glück und Gesundheit im neuen Jahr, und – bei näherer Betrachtung – eigentlich überhaupt immer.
Anstelle der üblichen Wünsche usw. möchte ich mit euch / Ihnen gerne vier Silvester-Impressionen teilen. Zwei davon sind fotografischer Natur, zwei habe ich leider nur als Prosa.

Das einsame Sektglas

Einsames Sektglas am Straßenrand - drei Tage "danach"
Zunächst ist da dieses bemerkenswerte Sektglas (siehe Foto), das auch am dritten Januar noch am Straßenrand eines nahegelegenen Industriegebiets steht. Der Farbe nach ist tatsächlich noch Sekt drinn, aber eine genauere Untersuchung habe ich mir verkniffen.
Irgendjemand wurde da wohl um kurz vor zwölf abgelenkt. Hoffentlich irgendeine Form von freudiger Ablenkung.
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6.Dezember 2009

Advent: #AdventCharity

Abgelegt unter: Weitergedacht | wong it! — bananenblatt @ 12:33

English text follows below
Im Advent überfällt uns eine Flut der Online-Adventskalender, und in der Fernsehwerbung meldet sich die eine oder andere wohltätige Organisation und wirbt um Spenden.
Ich finde, gerade die kleinen, wenig bekannten Organisationen haben ein wenig Mundpropaganda verdient. Nachdem der “Follow Friday” auf Twitter immer wieder zu Twittergewitter führt, könnte man das Ganze auch einmal für einen guten Zweck ausprobieren. Genau genommen: Für viele gute Zwecke.
Also: Fleißig retweeten, das #AdventCharity (#AC ?) verwenden, Lieblings-Organisation nennen.
Am besten hier noch einen Kommentar setzen, in dem Kürzel zum persönlichen Favoriten erklärt wird. Die folgenden Beispiele sind natürlich doch wieder die “üblichen Verdächtigen” – doch ich bin gespannt auf das, was daraus wird.

Beispiele (in beliebiger Reihenfolge):

Die Idee kommt von einem jährlichen Anschreiben der Ärzte ohne Grenzen. Natürlich liegt der Spendenaufruf bei – aber es liegt auch ein kleiner Bogen mit neun Absender-Aufklebern bei, die ich auf meiner Weihnachtspost verwenden kann.  So kann ich, auch wenn ich nicht spende, der Organisation etwas Gutes tun – sozusagen #FollowFriday für Papierpost.

Einige sind die Mundpropaganda mehr wert als andere – aber wie sollte man das besser herausfinden als so?

<h2>Abbreviated version in English</h2>

In advent, at least in Germany, we are being flooded by online advent calendars and advertising for charities. My take is that especially the small, less well-known organizations deserve some word-of-mouth advertising.

Based on the huge success of “Follow Friday“, let’s try it out for a good purpose – or actually, for many good purposes.

So: Please get busy re-tweeting, use the hashtag #AdventCharity (#AC ?) and list your preferred organizations.

Ideally, explain the hashtag for your personal favorite here in a comment. Of course, the following examples are again mostly the “usual suspects”; I’m looking forward to what we all (you!) make out of it.

Examples (in no particular order):

The idea originates from an annual mailing I receive from Médecins Sans Frontières. Of course, they suggest a donation, but they also include some stickers with my address that I can use to indicate the sender on my own christmas mail. So, whether I donate or not, I can support the organization by spreading the word. It’s like #FollowFriday on paper.

29.November 2009

Unscheinbar: Subtiler Aufruf zur Medienkompetenz

Abgelegt unter: Medienkompetenz | wong it! — bananenblatt @ 19:26

Vielleicht ist es ein wenig überinterpretiert, aber das folgende Zitat von Heise finde ich schon ziemlich cool:

Ohne Vergleichszahlen lässt sich ein solcher Trend allerdings nicht seriös belegen.

Es bezieht sich auf die Pressemitteilung, die behauptet: “Im Rahmen des Fokusberichtes [...] wurden nun erstmals detaillierte Umsatzzahlen erfasst. Und diese zeigen einen eindeutigen Trend: [...]”

Also was nun? – Entweder erstmals erfasst, oder ein eindeutiger Trend. Beides zugleich geht nicht.

Darüberhinaus kitzelt mich das Statement weiter unten in der Erklärung: “Eine Auswahl der Daten steht kostenlos zur Verfügung …” – sobald ich Zeit dafür habe, nehme ich auch das gründlicher unter die Lupe. Wer findet die kreativste Statistik-Interpretation in diesem Datenmaterial?

10.November 2009

Grenzt zunehmende Technologisierung ältere Menschen aus?

Abgelegt unter: Medienkompetenz, Nachgedacht | wong it! — bananenblatt @ 22:56

Hannelore schreibt unter dem Titel “Grenzt zunehmende Technologisierung ältere Menschen aus?“. Ich sehe das anders, so wie viele: Exzessive Netz-Nutzung grenzt uns jüngere aus: Wir sollten nicht vergessen, daß die sogenannten “älteren” in der Überzahl sind!

Natürlich kenne ich die in den Kommentaren genannten Probleme, aber noch gibt es – wenigstens hier in Deutschland – in jedem Städtchen ein paar Bankfilialen und Briefkästen und so. Die Welt der Netz-Verweigerer wird nicht “kleiner”, sie bleibt ungefähr, wie sie war. Die Welt der Netz-Nutzer wird beständig größer, und die Verweigerer haben daran nicht teil. Sie haben sich das so ausgesucht.

Ich denke, es gibt zwei Wurzeln, an denen Netz-Verweigerung sozusagen “andockt”:
– Abstraktion
– Vertrauen

Unter Abstraktion verstehe ich dabei einige der Themen, die A bzw. Thoma im Kommentar angesprochen hat: Ein Computer braucht eine Einführung. Das Problem mit der “Computer-Techniksprache” hängt ursächlich daran, daß es für eine Abstraktionen wie “Fenster”, “Link” bzw. “Verknüpfung” oder “Maus” außerhalb der Computer-Techniksprache nicht nur kein Wort gibt, sondern das Konzept gar nicht existiert. Man kann es nicht mit normalen Begriffen erklären, weil es keine “normalen” Konzepte sind. Marketing-Kauderwelsch macht’s nicht besser, aber im Kern geht es um neue Konzepte, neue Abstraktionen, neue Abbildungen der Wirklichkeit. Und: “Wir” haben gelernt, abstrakt zu denken. Die Gangschaltung im Auto, Fernseher (sogar mit Fernbedienung), die Wählscheibe am Telefon, die “Platte” (erst Vinyl, dann CD) und die “Kassette” – all das sind Abstraktionen, mit denen wir aufgewachsen sind. Unsere Eltern sind in diesem Sinne in einer konkreten Welt aufgewachsen: Maier, Müller, Schmidt – Villingen, Schwenningen, Metzingen – Wurst, Käse, Eier. Das Leben unserer Eltern war bestimmt von Dingen, die man in die Hand nehmen konnte. Aus dieser Welt grenzen wir uns aus, wenn wir nicht aufpassen.

Unter Vertrauen sehe ich die weiteren Themen: Wie bekommen unsere Eltern ein Gefühl dafür, wenn sie “etwas kaputt machen”? Wann sie ihren Online-Banking-Account für die Welt öffnen? An der Oberfläche scheint es sich um Vertrauen in die Technik zu drehen, aber wenn man gut zuhört findet man, daß der Knackpunkt das Selbstvertrauen im Umgang mit der Technik ist. Nun, Vertrauen hat etwas mit Vertrautheit zu tun, und solange die Praxis nicht da ist, bleibt die Vertrautheit aus.

Keine Praxis, keine Vertrautheit. Keine Vertrautheit führt zu Angst und Unwillen, Angst und Unwillen verhindern Praxis. Ein Teufelskreis.

Der Umgang mit körperlicher und geistiger Unbeweglichkeit, den Hannelore anspricht, ist eigentlich der zentrale Hebel. Zum Abschluß, weil’s einfach zum niederknien schön ist, Hannelore in ihren eigenen Worten:

Ich [...] weiß ganz genau, wenn ich mich nicht ständig auf dem Laufenden halte (nicht nur beim Anwenden, sondern auch im selbst erstellen), dann wird die Wissenslücke immer größer und die Lernkurve zum Aufholen immer steiler. Im Übrigen habe ich festgestellt, dass ich schneller lerne je älter ich werde, weil sich meine Wissensbasis erweitert und weil ich mich beeilen muss, denn es gibt plötzlich ein faszinierendes und riesiges Angebot.

5.November 2009

Opel

Abgelegt unter: Nachgedacht | wong it! — bananenblatt @ 0:15

Kein Kommentar: Opel ist dumm gelaufen. Aber ich finde es interessant, daß eine Publikation heute genau diejenigen als “Populisten” bezeichnet, die noch im Mai als “Insolvenz-Minister” tituliert wurden.

Meine Meinung? – zunächst wäre ein offenes “Lessons Learned” angebracht, was wirklich schiefging. Aber das ist in unserer Medien-Zeit, in der es jeder (auch ich) besser weiß, nicht realistisch.

Ich denke, zu Guttenberg hatte recht: Die Insolvenz als realistische Option hätte in jedem dieser Gespräche auf dem Tisch liegen müssen. Mit der Einstellung “Insolvenz verhindern um jeden Preis” hat sich die Regierung damals erpressbar gemacht – und sie ist gerade auf dem besten Weg dazu, dies wieder zu tun. Wenn schon sonst nichts ist das ein Grundsatz der guten Verhandlungsführung.

Und falls (!) Opel tatsächlich nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll saniert werden kann, wäre ein Ende mit Schrecken dem Schrecken (–> Steuerverschwendung) ohne Ende aus der Gesamt-Deutschen Perspektive vorzuziehen. Entrüstung ist einfach und billig. Bisher hat jeder Deutsche im Schnitt etwa 19€ für Opel auf den Tisch gelegt (–> 1,5 Milliarden Euro geteilt durch 80 Millionen Deutsche), und es hat nicht nachhaltig geholfen. Wenn wir diesen Betrag verdreifachen: Reicht das? Wieviele andere Arbeitsplätze zerstören wir durch die damit verbundenen Steuererhöhungen und/oder höheren Staatsschulden? Wie lange hätten wir die Opel-Mitarbeiter für das gleiche Geld anderweitig beschäftigen können?

Auch wenn die EU-Kommission so einen Vorschlag nie akzeptieren würde: Warum unterstützen wir mit dem von GM zurückgezahlten Kredit keinen Automobil-Zulieferer um die Menschen zu beschäftigen und quasi-kostenlos die “echten” Deutschen Autobauer VW, BMW und Daimler beliefert?

4.November 2009

Statistik II: Ein positives Beispiel

Abgelegt unter: Medienkompetenz | wong it! — bananenblatt @ 23:50

Der Spiegel-Online-Artikel “Bewerbungstrainings bringen nichts” verweist auf die Studie “Auf den Inhalt kommt es an” des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsförderung.

Nachdem ich kürzlich eine “Studie” des DGB seziert hatte (“Statistik seziert: Abitur und Arbeitslosigkeit“), ist das hier die Gelegenheit, ein positiveres Beispiel vorzustellen. Die Studie ist zwar schwieriger zu lesen, doch die enthaltenen Aussagen sind solide argumentiert.
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30.Oktober 2009

Ost und West und Bundesregierung

Abgelegt unter: Nachgedacht | wong it! — bananenblatt @ 8:45

SPON: “Ost-Abgeordnete pochen auf mehr Einfluss” zitiert einen anonymen Bundestagsabgeordneten:

“Dieses westdeutsche Kartell dient sicherlich nicht dem Zusammenwachsen Deutschlands.”

Kurz und knapp: So ein Käse. “Zusammenwachsen” bedeutet, daß wir (alle!) aufhören, in den Kategorien “Ost” (“ihr”) und “West” (“wir” – oder umgekehrt) zu denken!

WIR!